Beim Anlagebetrug locken Betrüger mit dem Versprechen schneller, sicherer Gewinne. Köder sind Werbeanzeigen und gefälschte Zeitungsartikel mit bekannten Persönlichkeiten auf Social Media, die angeblich von einer genialen Geldanlage oder Trading-Plattform schwärmen.
Wer seine Kontaktdaten hinterlässt, wird innert Minuten von einem angeblichen «Berater» angerufen. Schritt für Schritt wird man zu einer Registrierung und zu immer höheren Einzahlungen gedrängt. Auf einer professionell wirkenden Plattform werden hohe Gewinne angezeigt – doch das Geld ist längst weg.
Typische Beispiele
So läuft der Betrug ab
- Köder: Eine Werbung oder ein gefälschter Zeitungsartikel mit einer prominenten Person führt auf ein Formular. Sie geben Name und Telefonnummer ein.
- Anruf: Innert Minuten meldet sich ein freundlicher «Berater» und begleitet Sie durch die Registrierung – inklusive Ausweis und Kreditkarte.
- Ersteinzahlung: Sie zahlen einen kleinen Betrag ein, oft nur wenige hundert Franken. Auf der Plattform erscheinen rasch «Gewinne».
- Druck: Der «Berater» drängt auf immer höhere Einzahlungen. Manchmal sollen Sie dafür eine Fernzugriff-Software installieren.
- Auszahlung: Wollen Sie Geld abheben, wird die Auszahlung verweigert oder an «Steuern» und «Gebühren» geknüpft. Spätestens dann bricht der Kontakt ab.
Warnsignale
- Werbung oder «Zeitungsartikel» mit Prominenten, die für eine Geldanlage werben
- Versprechen von hoher Rendite ohne Risiko oder mit «garantiertem» Gewinn
- Sofortiger Anruf eines «Beraters» kurz nach Eingabe Ihrer Kontaktdaten
- Ständige Anrufe und Druck, schnell und immer mehr zu investieren
- Aufforderung, eine Fernzugriff-Software zu installieren (z. B. AnyDesk, TeamViewer)
- Aufforderung, Ausweis- und Kreditkartenfotos hochzuladen
- Hohe «Gewinne» im Online-Konto, die sich nicht auszahlen lassen
- Auszahlung nur gegen Vorauszahlung von «Steuern» oder «Gebühren»
- Das Angebot klingt zu schön, um wahr zu sein
Was Sie tun sollten
- Nicht auf Promi-Werbung oder «Zeitungsartikel» mit Anlage-Versprechen reagieren
- Keine Kontaktdaten in solche Formulare eingeben
- Keine Ausweis-, Kreditkarten- oder Bankdaten weitergeben
- Keine Fernzugriff-Software installieren
- Sich nicht zu einer Zahlung drängen lassen – seriöse Anbieter setzen Sie nie unter Zeitdruck
- Anbieter vorab auf der Warnliste der FINMA und bei cybercrimepolice.ch prüfen
- Im Zweifel mit einer Vertrauensperson oder Ihrer Bank sprechen
Schon Geld gesendet?
Wenn Sie bereits Geld investiert oder Daten weitergegeben haben:
- Sofort Ihre Bank oder den Kartenanbieter kontaktieren – manchmal lässt sich eine Zahlung noch stoppen
- Karte sperren lassen, wenn Sie Kreditkartendaten weitergegeben haben
- Fernzugriff-Software entfernen und Gerät prüfen lassen, falls installiert
- Alle Belege sichern: Überweisungen, Chatverläufe, Namen, Telefonnummern und Website-Adressen
- Anzeige bei der Polizei erstatten (117 oder Kantonspolizei)
- Betrugsfall beim BACS melden: report.ncsc.admin.ch
- Keine weiteren Zahlungen leisten – auch nicht, um angebliche «Gewinne freizuschalten»
Verdächtiges Anlage-Angebot prüfen
Sie sind unsicher, ob ein Angebot oder ein «Berater» seriös ist? Beschreiben Sie es im kostenlosen Prüfer.
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