Beim Hi-Mama-Betrug erhalten Eltern oder Grosseltern eine Nachricht über WhatsApp, SMS oder iMessage. Die Absender geben sich als Sohn oder Tochter aus und behaupten, das Handy sei kaputt oder verloren – darum die neue Nummer.
Nach einem kurzen, vertrauenserweckenden Austausch kommt die eigentliche Forderung: eine dringende Geldüberweisung. Oft geht es um eine angeblich offene Rechnung, ein neues Handy oder eine andere Notlage.
Die Masche kommt in der Schweiz regelmässig vor. Auch das BACS (Bundesamt für Cybersicherheit) warnt wiederholt davor.
Typische Beispiele
Warnsignale
- Eine unbekannte Nummer behauptet, ein Familienmitglied zu sein
- Begründung, warum kein Anruf oder Videoanruf möglich ist (Handy kaputt, keine Verbindung)
- Schnell folgt eine Geldforderung
- Druck wegen Frist («heute noch», «sofort»)
- Aufforderung zur Banküberweisung, TWINT oder zum Kauf von Gutscheinkarten
- Die Sprache wirkt seltsam – andere Anrede oder Schreibweise als gewohnt
- Bitte um Diskretion («erzähl es Papa nicht»)
Was Sie tun sollten
- Rufen Sie das Kind oder den Enkel über die bisher bekannte Nummer an
- Bei keiner Erreichbarkeit: Geschwister, andere Familienmitglieder oder Bekannte fragen
- Verlangen Sie einen kurzen Anruf oder eine Sprachnachricht zur Bestätigung
- Vereinbaren Sie ein Familien-Codewort, das nur die Familie kennt
- Bei Druck: nicht überweisen, sondern auflegen oder Chat schliessen
- Nachricht der Plattform melden (WhatsApp: «Melden und blockieren»)
Schon Geld überwiesen?
Wenn Sie bereits Geld überwiesen oder per TWINT gesendet haben:
- Sofort Ihre Bank kontaktieren – manchmal kann eine Überweisung noch gestoppt werden
- Keine weiteren Zahlungen leisten, auch wenn die Betrüger weiter Druck machen
- Screenshots des Chats und der Banktransaktion sichern
- Polizei kontaktieren (117 oder Kantonspolizei)
- Betrugsversuch beim NCSC melden: report.ncsc.admin.ch
- WhatsApp-Konto blockieren und der Plattform melden
Schutz für Familien
Sprechen Sie offen mit allen Familienmitgliedern über diese Betrugsmasche. Vereinbaren Sie ein einfaches Codewort, das bei jeder dringenden Geldforderung abgefragt wird. Das Codewort sollte nicht in sozialen Medien oder im Familienleben vorkommen – also keine Spitznamen, Haustiernamen oder Geburtstage.
Bringen Sie Eltern und Grosseltern bei: Bei einer neuen Nummer immer zuerst über die bekannte Nummer zurückrufen. Auch wenn die Geschichte plausibel klingt.
Verdächtige Nachricht prüfen
Sie sind unsicher, ob eine WhatsApp- oder SMS-Nachricht echt ist? Nutzen Sie den kostenlosen Betrugsprüfer.
Verdächtige Nachricht prüfen →