Auf Tutti, Ricardo, Anibis, Facebook Marketplace und ähnlichen Plattformen kann man günstig kaufen und verkaufen. Genau diese Reichweite nutzen auch Betrüger – sie zielen sowohl auf Verkäufer als auch auf Käufer.
Die Betrugsmaschen sind meistens gut gemacht und wirken auf den ersten Blick harmlos. Wer die typischen Muster kennt, schützt sich am besten.
Variante 1: Sie sind Verkäufer
Sie haben etwas inseriert und werden von einem angeblichen Käufer kontaktiert. Dieser drängt darauf, schnell zu kaufen – und nutzt dabei eine der folgenden Maschen:
In allen Fällen geht es darum, dass Sie selbst etwas bezahlen oder Bankdaten preisgeben – obwohl Sie eigentlich Geld erhalten sollten.
Variante 2: Sie sind Käufer
Sie sehen ein super günstiges Angebot – ein neues Smartphone, ein gefragtes Möbelstück oder eine Konzertkarte. Der Verkäufer wirkt freundlich, will aber:
Sobald das Geld überwiesen ist, verschwindet der Verkäufer. Die Ware kommt nie an. Das Konto und der Account werden gelöscht oder waren von Anfang an gefälscht.
Warnsignale
- Der Käufer oder Verkäufer drängt auf Kommunikation ausserhalb der Plattform (WhatsApp, E-Mail)
- Eine Bezahlung per TWINT-Anforderung wird verlangt, obwohl Sie Geld erhalten sollten
- Der Käufer will einen Kurier schicken statt selbst abzuholen
- Es wird mehr Geld überwiesen als vereinbart – Sie sollen den Rest zurücküberweisen
- Der Verkäufer ist «im Ausland» oder «verreist» und verlangt Vorauszahlung
- Externe Links zu angeblichen Lieferdiensten oder Treuhandservices
- Das Angebot ist auffallend günstig
- Profile sind ganz neu, ohne Bewertungen oder Bilder
- Druck wegen Frist («heute noch», «mehrere Interessenten»)
Was Sie tun sollten
- Bleiben Sie für die Kommunikation auf der Plattform
- Verlangen Sie bei Übergabe Barzahlung an einem belebten Ort (Bahnhof, Café)
- Bestätigen Sie nie eine TWINT-Anforderung, wenn Sie Geld erhalten sollten – das bedeutet, Sie senden Geld
- Prüfen Sie das Profil: Wie lange aktiv? Bewertungen? Andere Inserate?
- Bei Versand: nur über die offiziellen Zahlungs- und Schutzfunktionen der Plattform
- Geben Sie persönliche Daten nur sparsam weiter – besonders bei Druck, externen Links oder ungewöhnlichen Forderungen
- Brechen Sie bei Druck oder ungewöhnlichen Forderungen den Kontakt ab
Schon Geld überwiesen?
Wenn Sie bereits Geld überwiesen oder eine TWINT-Anforderung bestätigt haben:
- Sofort die Bank kontaktieren – manchmal kann eine Überweisung noch gestoppt werden
- Screenshots des Chats und der Banktransaktion sichern
- Inserat und Profil dem Plattformbetreiber melden (Tutti, Ricardo, Anibis, Facebook)
- Polizei kontaktieren (117 oder Kantonspolizei)
- Betrugsversuch beim NCSC melden: report.ncsc.admin.ch
So bleiben Sie sicher beim privaten Online-Handel
Die meisten Käufe und Verkäufe auf Schweizer Kleinanzeigen-Plattformen verlaufen problemlos. Mit ein paar einfachen Regeln vermeiden Sie die häufigsten Betrugsfallen:
- Bei wertvollen Artikeln: Übergabe gegen Bargeld an einem belebten, öffentlichen Ort
- Bei Versand: nur über die Plattform oder einen seriösen Treuhanddienst
- Treffen Sie sich nie zu Hause, wenn Sie sich unsicher fühlen
- Lassen Sie sich nicht zu schnellen Entscheidungen drängen
- Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl – wenn etwas zu schön klingt, ist es das meistens auch
Verdächtigen Chat oder Inserat prüfen
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